Elastisch wie der Bambus im Wind

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Kennst du die Situation, wenn die Pläne schon klar sind und man genau weiß was man will, man auch genau weiß was man nicht will, aber trotzdem geht es nicht voran?

Irgendetwas oder irgendjemand hindert oder verhindert (noch), dass sich Wünsche verwirklichen lassen.

Oft sind es Vorschriften und Regeln anderer Menschen, nach denen man sich richten muss. Vorgesetzte, Menschen mit denen man beruflich zusammenarbeitet oder Partner verlangen oft Dinge, die nicht zu uns passen und uns in keiner Weise entsprechen. Pünktlich zu sein, ist hier noch das geringste Übel. Zusammenarbeiten mit Menschen, die sich treiben und steuern lassen und in keiner Weise ihre wahren Fähigkeiten zeigen.

In dieser Zeit heißt es genau das aushalten, dem standhalten und biegsam bleiben, auch wenn es zum aus der haut fahren, zum laut aufschreien und zum alles „kurz und klein schlagen“ ist. Wir müssen es schmerzhaft ertragen, dass wir unser wahres Potential noch nicht entfalten können. Wir müssen klug, strategisch und oft Jahre im Voraus denken. Ein zu frühes Offenlegen unserer Zeile und Pläne würde alles verderben. In dieser schwierigen Zeit pflegen wir unsere Ressourcen, unsere Beziehungen und vervollständigen unser Wissen. Keine sinnlosen Zerstreuungen und kein sinnloses verpulvern der Kräfte. Warten und geduldig sein, Pläne reifen wie edler Wein. Warten wir im Verborgenen geduldig, dass die Zeit kommt, um sich zu offenbaren. Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an. Bewusst keine offenen Auseinandersetzungen, sondern auf Strategie setzen.

Wenn wir zu früh handeln, war alle Vorbereitung umsonst.

Aus energetischer Sicht:

In der Ruhephase des Winters haben wir genug Yin gesammelt und unseren Willen und unsere Vitalität fest verwurzelt. Jetzt im Frühling ist die Bewegung dynamisch und drängt nach außen, so wie die Natur es uns vorgibt. Deshalb wird diese Frühlingsphase auch als das Holzelement bezeichnet. Der biegsame und schnell wachsende Bambus der sich elastisch im Wind bewegt, ist dazu ein schönes Bild. Der junge Baum, ist flexibel, weicht Widerständen aus und strebt voller Kraft unbeirrbar seinem Ziel zu: der Sonne. Seine zarten Keimlinge sprengen dabei oft sogar steinigen Boden. Fließen aber die Säfte nicht mehr, verhärtet der stamm, trocknet ein und bricht im Sturm, während der biegsame und gesunde Baum geschmeidig sich im Wind hin und her bewegt. Knoten und Verhärtungen entstehen dann, wenn der Baum sich nicht mehr ausbreiten kann und nicht den für ihn vorgesehen Platz einnehmen kann.

Auf den Menschen übertragen wird das Holz als unsere Leberenergie bezeichnet, diese äußert sich als Charme und warme Natürlichkeit. Es ist die kreative, ideenreiche Kraft, die Erfolg und Ausstrahlung bringt. Die Lebensenergie strebt nach Wachstum und Entfaltung. Durch sie kommt es zu sexueller Erregung, zu Kreativität und zum Streben nach Erfolg. Sie bewirkt Träume und Phantasien, aber wird sie zu stark erhitzt, führt dies zu Aggression und Zerstörung. Ziel der Leberenergie ist die Realisation des gesamten inneren Potentials, das volle Erblühen, das schöpferische Produkt, die Erfüllung einer Ambition, der Orgasmus, die Menstruation, die Geburt eines Kindes oder auch der Befreiende Lachanfall.

Wird allerdings die Entfaltung behindert durch äußere Umstände, oder auch durch unklare Ideen, kommt es zu einem Stau. Die gesammelte Kraft kann sich nicht entfalten. Dies führt zu unzähligen Störungen und schlechten Empfindungen. Zu Gereiztheit und Wut. Wird diese nach außen strebende  Yang-Energie dann noch durch erhitzende Speisen wie Fleisch und Alkohol, durch Bewegungsmangel und überhitze Räume verstärkt, so fühlen sich die Betroffenen oft „zum Platzen gespannt“ und wissen keinen Ausweg.

Gestaute Leberenergie hast du sicher auch schon einmal gefühlt. Wenn du z.B. sehr in Eile bist und dann die 5 rote Ampel und Stau hast. Das ist sehr kurzfristig. Bei besonders hitzigen Menschen reicht aber das schon um unkontrollierbare Wut auszulösen.

Je weniger Ausweg und Entfaltungsmöglichkeiten eine Lebenssituation bieten, umso häufiger staut das Qi. So wie Holz durch scharfes Metall beschnitten wird, so wird die Leberenergie durch kühle Ratio im Zaum gehalten oder blockiert. 

Wird allerdings das Holz durch das Metall zu drastisch unterdrückt und eingeschränkt so kann es bis hin zu einer Depression führen.

Die gute Gärtnerin oder der gute Gärtner beschneidet wilde Triebe nur, damit die Pflanze insgesamt stärker wächst. Das Metall, die kühle Ratio, kommt so dem Holz zu Hilfe, statt es zu zerstören. Es ist eine große Kunst, den richtigen Mittelweg zwischen Selbstverwirklichung und Verstand zu finden. Mancher Baum verkümmert, wenn er zu sehr zurückgeschnitten wurde, auch wenn der Schnitt vernünftig erschien.

Die Entfaltung der Leberenergie, die Verwirklichung der eigenen Wünsche, wird sehr häufig durch ganz reale Umstände verhindert. Hier sollte das Metall, als Verstand, helfen, statt zu zerstören. Anstatt eines „Vergiss es!“  wäre es doch besser „was genau will ich langfristig erreichen und was kann ich schon jetzt dafür tun?“

Eine Reise beginnt immer mit dem ersten Schritt. Nicht Unterdrückung, sondern flexibles, raffiniertes Umgehen von objektiven Schwierigkeiten ist der Ausweg. Doch Vorsicht auch zu viel an Planung zerstört die Spontaneität und die kreative Kraft des Holzes.

Behalten wir daher unser Ziel im Auge und zentrieren wir unsere Kraft. Sind wir wachsam und ergreifenden entscheidenden Moment, auch wenn wir schon lange Zeit darauf gewartet haben.  

Quelle: Der Weg der Kaiserin    

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